Der historische Jesus im Spannungsfeld von Glaube und Geschichte

Symposium, Interdisziplinär

Projektleiter: Prof. Dr. Uwe Swarat, Prof. Dr. André Heinze, Prof. Dr. Volker Spangenberg

Zusammenarbeit: Prof. Dr. Roman Heiligenthal (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Andreas Feldkeller (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Jens Schröter (Humboldt-Universität zu Berlin Universität Leipzig), Prof. Dr. Johannes von Lüpke (Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel)

Fördereinrichtung: Haushalt / Gerhard-Claas-Stiftung / Förderverein des theologischen Seminars Elstal e.V.

Laufzeit: 11/2007-11/2008

Beschreibung: Die Gestalt des Jesus von Nazareth fasziniert bis heute selbst nicht-christliche oder kirchen-kritische Menschen. Diese Zeitgenossen interessiert vor allem der "historische Jesus" - Jesus, "wie er wirklich war". Der "echte" Jesus ist, folgt man den einschlägigen Veröffentlichungen, eine andere Gestalt, als das kirchliche Bekenntnis sie bezeugt und als sie von den neutestamentlichen Schriften dargestellt wird. Den "historischen" als den "echten" Jesus dem biblischen und dogmatischen Christus entgegenzustellen, ist eine Betrachtungsweise, die in der Aufklärungszeit mit Lessing begonnen hat und inzwischen auf eine wechselvolle Geschichte zurückblickt. Gegenwärtig spricht man von einer "Third Quest on the historical Jesus", die mit Hilfe apokrypher Schriften Jesus in das Judentum seiner Zeit und dessen Sozialgeschichte einordnet. Damit taucht zugleich die Frage auf, wie sich das traditionelle christliche Jesusbild zu seinen Gegenstücken im Judentum und im Islam verhält. Aber auch innerchristlich ist durch die Suche nach dem historischen Jesus die wichtige Frage aufgeworfen, wie sich Glaube und Geschichte zueinander verhalten. Das Symposium hat die gegenwärtig neu gestellte Frage nach "Jesus, wie er wirklich war", in ihren geschichtlichen und theologischen Kontext eingeordnet und sich mit den damit verbundenen Herausforderungen auseinandergesetzt.

Vorträge des Symposiums:

  • "Die historische Jesusforschung und ihre dogmatischen Implikationen" (Prof. Dr. Uwe Swarat, Professor für Systematische Theologie am Theologischen Seminar Elstal)
  • "Die Jesusforschung seit Bultmann und ihre methodischen Probleme" (Prof. Dr. André Heinze, Professor für Neues Testament am Theologischen Seminar Elstal)
  • Zwischen Phantasie und Fälschung: moderne Jesusbilder (Prof. Dr. Roman Heiligenthal, Professor für Neues Testament und Präsident der Universität Koblenz-Landau)
  • "Die Apokryphen Evangelien und ihre Bedeutung für die Frage nach dem historischen Jesus" (Prof. Dr. Jens Schröter, Professor für Neues Testament an der Humboldt-Universität zu Berlin)
  • "Das Jesusbild im Judentum und Islam - eine Anfrage an das christliche Dogma?" (Prof. Dr. Andreas Feldtkeller, Professor für Religionswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin)
  • "Die Bedeutung des historischen Jesus für das christliche Bekenntnis heute" (Prof. Dr. Johannes von Lüpke, Professor für Systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal)

Korreferate wurden gehalten von Markus Iff, Roland Gebauer, Volker Spangenberg, Matthias Walter, Hans Guderian und Oliver Pilnei.

Das Symposium wurde durch eine Podiumsdiskussion abgeschlossen.

Publikationen:

  • Spangenberg, Volker / Heinze, André (Hg.), Der historische Jesus im Spannungsfeld von Glaube und Geschichte, Leipzig 2010.
Glauben, Denken, Handeln