Werkstatt Theologie II

Unter dem Titel „Werkstatt Theologie II“ fand dieses Wochenende eine Tagung in Elstal statt, an der Nachwuchsforscherinnen und –forscher aus dem Baptismus in Kurzreferaten ihre bisherigen Projektergebnisse und Werkstattberichte vorstellten und sich untereinander vernetzten. Neben den Kurzreferaten gab es zusätzlich Hauptvorträge, so begann Ralf Dziewas die dreitägige Veranstaltung mit einem Vortrag zum Thema „Warum wachsen Gemeinden des BEFG“. In dem Vortrag stellte er die Ergebnisse einer mehrjährigen empirischen Befragung im BEFG vor und referierte Faktoren, die von wachsenden Gemeinden als besonders relevant empfunden wurden. Solche Faktoren waren beispielsweise ein moderner Gottesdienst, die Miteinbeziehung von Kindern und Jugendlichen in die Gemeindeprozesse, gezielte Schulungen, ein offenes Miteinander und eine intensive Gebetspraxis.

Am zweiten Tag des Symposiums referierte Martin Rothkegel über die historisch eindrucksvolle Person des Jacobus Palealogus, ein reformatorischer Grenzgänger im 16. Jh., der eine interreligiöse Verknüpfung zwischen christlicher und islamischer Dogmatik suchte. Den Hauptteil des Tages bildeten jedoch die Kurzvorträge der baptistischen Forscherinnen und Forscher, die ihre Projekte vorstellten. Neben biblisch-exegetischen, theologisch-systematischen und praktisch-theologischen Arbeiten gab es viele interdisziplinäre Projekte, beispielsweise im Bereich der Religionswissenschaft (die Religiöse Deutung von Naturkatastrophen in Haiti), der Psychologie (Freikirchliche Pastoren in Deutschland – ihre Konzepte  zu Besessenheit und psychischer Erkrankung) oder Ökonomik (Mitarbeiterverständnis in diakonischen Einrichtungen). Bei den spannenden Werkstattberichten zeigte sich schnell: Theologie ist bunt, und diese Vielfalt spiegelt sich auch in der baptistischen Forschungslandschaft. Reichlich Zeit zur Aussprache im Plenum und in fachspezifischen Fachgruppen halfen die eigenen Projekte neu zu durchdenken und zu gestalten.

Der letzte Tag diente nochmals dem Austausch im Plenum und der Netzwerkbildung. Besonders erfreulich war die Übergabe des ersten Stipendiums der Gerhard-Claas-Stiftung überhaupt, welches an Christian Wehde ging, der im Endspurt seiner Dissertation zum Galaterbrief steht. Das neu eingerichtete Stipendium soll Doktoranden aus dem Baptismus bei der Fertigstellung ihrer Promotionsprojekte durch eine monatliche finanzielle Unterstützung helfen. Den krönenden Abschluss der Tagung bildete die Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Dirk Sager als neuer Alttestamentler.  Unter dem Titel „Die menschliche Komödie – Erzählende Anthropologie in der Hofgeschichte Davids (2. Sam 9 – 1. Kön 2)“ referierte Sager, der bereits seit dem Sommersemester 2016 in Elstal doziert, über die ambivalente Darstellung Davids zwischen skrupellosem Machtmenschen und frommen Liebling Gottes. In der Hofgeschichte Davids spiegelt sich dadurch eine zutiefst menschliche Anthropologie, in der Menschen mit ihren Fehlern und Stärken ihren Weg gehen und von Gott auch trotz ihrer Schwächen in den Dienst genommen werden.Wir danken allen Teilnehmern für die intensive Arbeit und die freundliche Athmosphäre während der ganzen Tagung.

 

 

Glauben, Denken, Handeln