Coverbild Altes Testament © Theologische Hochschule Elstal

Altes Testament

Das Alte Testament studieren bedeutet Texte genau zu untersuchen, die über Jahrhunderte im Orient überliefert und bearbeitet worden sind und einen faszinierenden Spiegel der Gott-Suche Israels bilden.

Grundvoraussetzung für den fachwissenschaftlichen Umgang mit den Quellen ist der Erwerb philologischer Kenntnisse in der hebräischen (bzw. aramäischen) Sprache. Hebräisch ist quasi das Tor zum Orient. Bereits durch das Erlernen der hebräischen Sprache öffnet sich eine andere Welt. Durch das Erlernen einer semitischen Sprache lernen Studierende eine andere Vorstellungswelt kennen. Grundlegende Hebräischkenntnisse werden im Basismodul Hebräisch vermittelt. Vertiefungen werden durch Lektürekurse zu wechselnden Textbereichen ermöglicht (Vertiefungsmodul Hebräisch und Griechisch). Mindestens einmal im Jahr bietet der Fachbereich Altes Testament die erweiterte Sprachprüfung Hebräisch (Hebraicum) an.

Eine wesentliche Grundkompetenz, die im Studium erworben wird, ist die Fähigkeit, die Schriften und Texte des Alten Testaments literaturgeschichtlich, historisch und theologisch einordnen und auswerten zu können. Dazu helfen Kenntnisse der äußeren Gegebenheiten der Region wie Klima, Geographie und Archäologie, genauso wie ein Überblick über die Geschichte Israels, die sich im Zusammenhang mit der Geschichte der Ägypter, Assyrer, Babylonier, Perser und Griechen entwickelt hat.

Zur Einführung in die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Alten Testament dienen zwei Basismodule. Das Basismodul Altes Testament I besteht aus den Lehrveranstaltungen „Bibelkunde Altes Testament“ und „Geschichte Israels“. Das Basismodul Altes Testament II bindet die beiden Lehrveranstaltungen „Einführung Altes Testament“ und „Proseminar Altes Testament“ zusammen. Durch die Lehrangebote dieser Module erwerben Studierende die Fähigkeit zum eigenständigen Umgang mit wissenschaftlicher Literatur und unterschiedlichen Forschungspositionen. Das Proseminar macht mit einer Vielfalt an Methodenschritten zur Erschließung von Texten vertraut und führt zur Fähigkeit, eigenständige eine exegetische Hausarbeit zu verfassen.

Im weiteren Verlauf des Studiums werden Vorlesungen angeboten, die Überblicke zu größeren Buchkomplexen des Alten Testaments geben und Seminare, die eine Vertiefung an einem spezielleren Thema ermöglichen. Aufgrund eines 6-Semesterplans werden in drei Jahren sechs verschiedene Themen als Vorlesungen und sechs weitere als Seminar angeboten. Im Masterstudium werden im Vertiefungsmodul Hebräisch und Griechisch jedes Semester Lektürekurse angeboten, um die Sprachkenntnisse zu vertiefen und in Verbindung zu den Textbereichen der Vorlesungen bzw. Seminaren stehen.

Gelegentlich werden interdisziplinäre Seminare angeboten, welche die Beschäftigung mit dem Alten Testament mit der Perspektive anderer Fachdisziplinen verbindet, so Altes Testament predigen (mit Christiane Geisser, Katechetik und Homiletik), Prophetische Sozialkritik und moderne Gesellschaftkritik (mit Ralf Dziewas, Diakonik), Biblische Anthropologie (mit Uwe Swarat, Systematik). Das ID-Seminar „Altes Testament predigen“ ist Teil eines Forschungsprojektes, das zu einer selbständigen Veröffentlichungen geführt hat.

Wer im Masterstudiengang den Schwerpunkt Biblische Studien wählt, kann durch schriftliche Ausarbeitungen zu selbst ausgewählten Themen und biblischen Texte einen besonderen Schwerpunkt im Alten und Neuen Testament setzen. Im Rahmen des Master-Tutoriums werden die Entwürfe der Hausarbeiten und der abschließenden Masterarbeit vorgestellt und die Schritte der Beschäftigung mit dem Thema diskutiert.

Ziel des Studiums soll der Erwerb exegetischer Kompetenz sein, auch um im späteren beruflichen Alltag selbständig Sinnzusammenhänge und Relevanz alttestamentlicher Texte einordnen oder zur Geltung bringen zu können.

Das interdisziplinäre Projekt „Alttestamentliche Geschichtsschreibung und Erzählpredigt“ wurde mit der Veröffentlichung des Buches „Erzähl mir mehr! Altes Testament predigen“ gemeinsam mit Christiane Geisser dokumentiert.

Transferleistungen im Fach Altes Testament werden vom Lehrstuhlinhaber besonders in den Zeitschriften „Faszination Bibel“ und dem „Hauskreismagazin“ eingebracht, sowie durch Bibeltage in Ortsgemeinden und Studientagungen für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Pastorinnen und Pastoren geleistet.

Neben den Lehrveranstaltungen an der Theologischen Hochschule Elstal werden auch externe Lernorte aufgesucht: Die Nähe zu den Museen in Berlin ermöglicht regelmäßige Exkursionen in die Vorderasiatische Abteilung des Pergamonmuseums oder das Ägyptische Museum, sowie das Jüdische Museum. Eine fachkundige Führung von Prof. Dr. Martin Metzger (Kiel) gehört zum regelmäßigen Angebot und durch Professor Metzger wird der Museumsbesuch zu einem besonderen Erlebnis. 2010 wurde für Studierende und Absolventen des Theologischen Seminars Elstal eine Studien- und Begegnungsreise nach Israel angeboten und in Kooperation mit Dienste in Israel e.V. von Michael Rohde und Jürgen Pelz durchgeführt.

Glauben, Denken, Handeln