AT-Vorlesung „Kohelet“

SS 2017

Prof. Dr. Dirk Sager

Lehrveranstaltung für den Bachelor-Studiengang Ev. Theologie (Stufe II), den Master-Studiengang Ev. Theologie und das Zusatzstudium (2-stündig; 3 Leistungspunkte)

Relevanz:
Die Kohelet-Schrift, lange Zeit ein Stiefkind der Exegese, erfreut sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit. Davon zeugen u.a. eine Reihe neuerer Kommentare. Als das „philosophische“ Buch des Alten Testament reizt es zur vertieften Auseinan-dersetzung mit seiner Anthropologie und seinem Gottesbild. Für viele heutige Zeitgenossen, denen überlieferte Gottesaussagen fremd geworden sind, scheint sich hier ein alternativer Zugang zur Bibel und zur Religion zu eröffnen. Die Tatsache, dass Kohelet noch im 1. Jahrhundert n. Chr. in den Randbereich des Kanons gehörte, kann als Chance begriffen werden, die Grenzbereiche des frühjüdischen Glaubens auszuloten und mit heutigen Erfahrungen religiöser und säkularer Pluralität ins Gespräch zu bringen.

Ziele:
Die Vorlesung hat das Ziel, die Kohelet-Schrift (bzw. den „Prediger Salomo“) in der thematischen Breite zu erschließen und zu einer eigenen exegetischen und hermeneutischen Urteilsbildung anzuleiten.

Inhalte:
Die Frage nach dem Sinn des Lebens, der (un)persönlichen Gottesbeziehung, das Motiv des carpe diem, der Umgang mit Zeit und Geld, u.a.

Arbeitsweise:
Vortrag mit der Möglichkeit zu Rückfragen und zur offenen Diskussion

Voraussetzungen:
In der Regel der Nachweis der bestandenen Hebräisch-Prüfung.

Zur vorbereitenden Lektüre wird empfohlen:
• N. Lohfink, Der Bibel skeptische Hintertür. Versuch, den Ort des Buchs Kohelet neu zu bestimmen, in: ders., Studien zu Kohelet, SBAB 26, Stuttgart, 1998, 11-30.
• Lektüre des Buches Kohelet in einer deutschen Übersetzung!
• Weitere Literatur wird in der ersten Vorlesungsstunde bekannt gegeben.

Glauben, Denken, Handeln