Täufertum im Veneto im 16. Jahrhundert.

Institut für Baptismusstudien, Kirchengeschichte

Projektleiter: Prof. Dr. Dr. Martin Rothkegel

Fördereinrichtung: Gerda Henkel Stiftung

Laufzeit: 05/2011-09/2011

Beschreibung: Etwa von 1545 bis 1555 blühte in Venedig und im festländischen Herrschaftsbereich der Republik ein Netzwerk von klandestinen täuferischen Gemeinden, das seit 1551 einer intensiven Verfolgung und schließlich der vollständigen Unterdrückung durch die Römische Inquisition ausgesetzt war. In den 1570er Jahren verlieren sich die Spuren des venezianischen Täufertums. Die deutschsprachige und nordamerikanische Täuferforschung hat das italienische Täufertum bislang nur wenig zur Kenntnis genommen. Um zu sondieren, inwiefern eine Einbeziehung des italienischen Quellenmaterials in die von der Täuferaktenkommission des Vereins für Reformationsgeschichte herausgegebenen „Quellen zur Geschichte der Täufer“ sachlich sinnvoll und durchführbar sein würde, wurde von Mai bis Juli 2011 das einschlägige Aktenmaterial im Bestand „Sant’Uffizio” des Staatsarchivs Venedig vollständig gesichtet, verzeichnet und fotografiert (ca. 10.000 Aufnahmen). Dabei handelt es sich um den mit Abstand umfangreichsten Quellenbestand für das italienische Täufertum. Ergänzende Akten wurden in Rovigo und Treviso gesichtet und fotografiert. Ferner wurde die einschlägige italienische Forschungsliteratur umfassend gesichtet, von zahlreichen Publikationen wurden Xerokopien hergestellt oder Exemplare beschafft. Die Publikation eines ausführlichen Berichts ist vorgesehen. In Kooperation mit Frau Prof. Dr. Giovanna Paolin (Centro di ricerca sull’Inquisizione, Università di Trieste) soll nun geprüft werden, ob und in welcher Form eine Edition der venezianischen Täuferakten in Angriff genommen werden könnte.

Publikation aus 2012-2014:

  • Rothkegel, Martin: Literatur zum italienischen Täufertum, in: Mennonitische Geschichtsblätter 69 (2012), 138-142
Glauben, Denken, Handeln