Diakoniewissenschaft

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Zum christlichen Glauben gehört das helfende Handeln unaufgebbar dazu, denn nur eine Christenheit, die die Nöte der Menschen wahrnimmt und sich bemüht, barmherzig zu sein, kann glaubwürdig die Botschaft von der Liebe Gottes verkünden. Dabei braucht es sowohl das individuelle Helfen im privaten Kontext, das gemeindliche Engagement für die Menschen im Umfeld der Ortsgemeinde als auch die Arbeit von Diakoniewerken in kirchlicher Trägerschaft und ein politisches Handeln, mit dem eine gerechte, friedliche und eine die Schöpfung bewahrende Gesellschaft gestaltet werden soll. Mit all diesen Themenfeldern beschäftigt sich die Diakoniewissenschaft.

Ziel aller diakoniewissenschaftlichen Arbeit ist die Befähigung von Menschen zu einer aktiven und nachhaltigen Arbeit in konkreten Handlungsfeldern der Diakonie. Pastorinnen und Pastoren brauchen diakoniewissenschaftliche Kenntnisse für eine gesellschaftsrelevante Gemeindearbeit ebenso wie Diakoninnen und Diakone, die in sozialen oder gemeindlichen Diensten arbeiten, oder Mitarbeitende in Diakoniewerken, die Führungsaufgaben qualifiziert wahrnehmen wollen. Aus diesem Grund hat das Themenfeld Diakonie in allen Studiengängen an der Theologischen Hochschule Elstal eine höhere Bedeutung als in vergleichbaren theologischen Studiengängen anderer Hochschulen. Außerdem gibt es mit dem Master-Studiengang Freikirchliche Diakonie ein spezielles Angebot zur theologisch-diakoniewissenschaftlichen Qualifikation für die Praxis in freikirchlichen Gemeinden und Diakoniewerken, die zum Diakonenamt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und in anderen Freikirchen befähigt.

Der besondere Reiz aber auch die Herausforderung eines Studiums der Diakoniewissenschaft liegt in der Interdisziplinarität dieser Wissenschaft. Soziologische, psychologische und wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse sind für eine gute diakonische Arbeit ebenso von Bedeutung wie die Ergebnisse medizinischer oder gesundheitswissenschaftlicher Forschung. Aber auch innertheologisch wird im Fach Diakonie fächerübergreifend gearbeitet, denn diakoniewissenschaftliche Fragestellungen lassen sich sowohl aus biblisch-theologischer, kirchengeschichtlicher, systematisch-theologischer oder praktisch-theologischer Perspektive bearbeiten.

Alle Studierenden beginnen ihr Studium mit einer breit gefächerten Einführung in die Diakonie. Es wird in die alt- und neutestamentlichen Grundlagen der Diakonie und ihre historische Entwicklung von der Alten Kirche bis in die Neuzeit eingeführt. Darüber hinaus wird ein breites Spektrum theologischer Entwürfe vermittelt und über aktuelle Fragestellungen praktisch-diakonischer Arbeit diskutiert. Die Einführung in die Diakonie regt so bereits im ersten Semester zu fächerübergreifendem Denken und gesellschaftsrelevanter Praxis an.

Studierende des Masterstudienganges Freikirchliche Diakonie vertiefen bereits im ersten Semester Themen der Diakonie in Vorlesungen und Seminaren. Studierende des Bachelorstudienganges tun dies ab dem dritten Semester. In diesen Veranstaltungen wird grundsätzlich fächer- und disziplinübergreifend gearbeitet und es werden aktuelle Fragestellungen in den Blick genommen. Angebote der letzten Semester waren u.a. Vorlesungen zur Theologie der Diakonie, zur Praxis der Seniorenarbeit, zu Prävention und Gesundheitsförderung und zur Soziologie des Baptismus sowie Seminare zur Krankenhausseelsorge, Diakonischen Identität, millieuorientierter Gemeindearbeit und zu Fragen medizinischer Ethik.

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Glauben, Denken, Handeln